Kati in braun-schwarz kariertem Holzfällerhemd auf der Couch, im Hintergrund ist ein Sideboard mit TV und Soundbar unscharf zu sehen.

Fernsehen besser verstehen

KLINGT GUT!

Schluss mit unverständlichem Genuschel und zu lauten Action-Szenen – das verspricht ein Klangoptimierer für Fernseher. Ich habe getestet, ob er sich auch für ältere Menschen eignet.

In unserer Nachbarschaft schaut manchmal jemand so laut Fern, dass es sich anfühlt, als wäre es bei uns im Wohnzimmer. ,Bestimmt hört die Person schlecht’, ist da der erste Gedanke. Tatsächlich haben Menschen mit Hörminderung oft Probleme, Gesprächen zu folgen – etwa, weil die Stimmen zu leise, das Gesagte zu undeutlich oder die Umgebung zu unruhig ist. Drehen sie deshalb beim Fernsehen den Ton auf, sind vor allem Action-Szenen, Musik oder Werbeblöcke weit über die eigenen vier Wände hinaus zu hören.

Für Filme, Serien, Talkshows & Co. verspricht eine neue Technik Abhilfe: Ein sogenannter Sound Optimizer. Das ist Englisch und bedeutet Klangoptimierer. Dahinter verbirgt sich ein Gerät, das dafür sorgen soll, dass wir Fernsehen besser verstehen. Dialoge sind klarer und deutlicher, gleichzeitig werden Schwankungen ausbalanciert, also laute Szenen leiser, so der Hersteller Kronoton aus Reinbek in Norddeutschland.

LAUTSTÄRKE RAUF, LAUTSTÄRKE RUNTER

Als mich Marie-Therese von Kronoton fragte, ob ich so einen Klangoptimierer mal testen möchte, sagte ich direkt ja. Schließlich nützt so eine Erfindung bestimmt auch vielen Senior*innen, bei denen das Hörvermögen mit steigendem Alter oft nachlässt. Außerdem bin auch ich genervt davon gewesen, beim Fernsehen ständig die Lautstärke hoch- und runter zu regeln.

Und, was soll ich sagen – seit ich den Sound Optimizer teste, hat sich der Klang meiner Serie (aktuell ist es „Stranger Things“ auf Netflix, allen 1980er- und Jugend-Horrorfilm-Fans sehr zu empfehlen) schlagartig verbessert. Statt auf 11 habe ich die Lautstärke erst mal auf 7 runtergedreht – und seitdem kaum geändert. Denn egal, ob sanftes Flüstern oder gewaltige Explosionen: Alle Szenen sind mehr oder weniger gleich laut.

FERNSEHEN BESSER VERSTEHEN – MIT SOUNDSYSTEM ODER KOPFHÖRERN

Aber ich greife vor. Lasst es mich der Reihe nach berichten. Nur einen Tag nach der Bestellung des Testgeräts hatte ich den „HDSX TV Sound Optimizer“ in der Post. Schwarz, mit eleganten Rundungen und etwa so groß wie mein Handteller, verschwindet er dezent hinter dem großen Flachbildfernseher. Per Klebe-Klettverschluss konnte ich ihn sogar daran befestigen.

Hand die einen Sound Optimizer hält.

Klein aber oho: Der Klangoptimierer ist kaum größer als ein Handteller (Foto: Kronoton)

Mit den beiden mitgelieferten Kabeln steckte ich den Klangoptimierer zwischen Fernseher und externes Soundsystem. Das ist auch Englisch und bedeutet Lautsprecheranlage. Ein externes Soundsystem oder Kopfhörer sind übrigens Grundvoraussetzungen, um den Optimierer zu nutzen. Mit dem in den Fernseher eingebauten Lautsprecher ist das leider nicht möglich.

Dank der übersichtlichen Anleitung klappte das mit dem Anschließen richtig gut. Auf einer beschrifteten Zeichnung konnte ich schnell erkennen, welches Kabel wo rein muss. Die nummerierten Schritte der Inbetriebnahme sind so kurz und verständlich formuliert, dass selbst ich als absoluter Anleitungs-Muffel ohne Probleme folgen konnte.

Mich persönlich hat es außerdem gefreut, dass die Anleitung nur auf Deutsch war, anstatt in zig Sprachen, die ich durchblättern musste, um die deutsche Version zu finden. Eine englische Anleitung lag auch bei. Auf YouTube gibt es außerdem Video-Anleitungen auf Deutsch, Englisch und Französisch. Um auf den YouTube-Kanal von Kronoton zu gelangen, einfach hier klicken.

Gefertigt wird der Sound Optimizer übrigens in Taiwan, Entwicklung und Design stammen aus Deutschland.

PROBLEME? MARC VOM KUNDENSERVICE HILFT

Auch den Kundenservice von Kronoton kann ich nur loben. Denn leider gab es noch ein technisches Problem, bevor ich den Klangoptimierer richtig nutzen konnte. Der Grund: Unser Fernseher und das Soundsystem waren nicht per Kabel verbunden, sondern über Bluetooth. Die englische Bezeichnung steht für einen Funkstandard, über den auf kurze Distanz Geräte miteinander gekoppelt werden können. Um den Klangoptimierer per Kabel zwischenschalten zu können, musste ich also die Einstellung des Soundsystems anpassen.

Bis wir das herausgefunden hatten, probierte ich, angeleitet von Marc vom Kundenservice, noch diverse andere mögliche Fehlerquellen durch. Er war sofort und direkt, also ohne Hotline, erreichbar und hat mir alles sehr geduldig und verständlich erklärt.

EMPFEHLUNG: KLANGOPTIMIERER HILFT FERNSEHEN BESSER ZU VERSTEHEN

Nach dieser Erfahrung kann ich euch guten Gewissens raten, den Klangoptimierer auszuprobieren, wenn ihr Sendungen im Fernsehen besser verstehen möchtet. Besonders die einfache Benutzung mit verständlicher Anleitung und der richtig gute Kundenservice sind für ältere Menschen sicher hilfreich. In puncto Anleitung fände ich es gut, wenn es die bald in mehr Sprachen gäbe. Das würde den Klangoptimierer auch älteren Menschen mit Migrationshintergrund zugänglich machen.

Ein Minuspunkt ist für mich, dass man zusätzlich zum Fernseher auch ein externes Soundsystem oder Kopfhörer braucht. Die haben wahrscheinlich nicht alle älteren Menschen sowieso schon herumstehen oder -liegen. Hätte ich auch nicht, wenn ich nicht in einen Haushalt mit Flachbildfernseher, Soundsystem und allem Pipapo eingeheiratet hätte.

Soundsysteme kosten je nach Marke zwischen 90 und 1.000 Euro, der Sound Optimizer nochmal 129 Euro. Das ist dann insgesamt nicht wenig, zumal im Moment ja eh alles teuer ist. Tipp: Viele Technik-Hersteller bieten mittlerweile auch generalüberholte gebrauchte Geräte mit Garantie an. Auch beit Kronoton gibt es gebrauchte Klangoptimierer. Das ist nicht nur günstiger, sondern schont auch die Umwelt und das Klima.

 

Transparenz: Das Testgerät hat mir Kronoton zur Verfügung gestellt und ich darf es nach dem Test weiter nutzen. Da ich meinen Bericht komplett unabhängig verfasst und nicht vor der Veröffentlichung abgestimmt habe, ist er nicht als Werbung gekennzeichnet.

 

Dieser Beitrag wurde am 26. Oktober 2022 veröffentlicht.

 

Auch ein Notebook für ältere Menschen habe ich getestet. Hier geht es zum Bericht.

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