Konfetti-Parade Hamburg Demenz

Kofetti-Parade Foto Aufmacher Demenz Hamburg

3. Konfetti-Parade

UND ALLE SO: KONFETTI!

Kunterbunte Demonstration für einen toleranten Umgang mit Menschen mit Demenz in der Hamburger Innenstadt

Hamburg – Hach, wie war das wieder schön! Zum dritten Mal zeigten Hamburgerinnen und Hamburger am Samstag (1. April 2017) bei der Konfetti-Parade Flagge für eine demenzfreundliche Gesellschaft – und zum dritten Mal war ich dabei. Ich habe den Eindruck, es wird von Jahr zu Jahr bunter, musikalischer und wärmer. Insgesamt kamen mehr als 600 fröhliche, engagierte Menschen bei schönstem Frühlingswetter in die Innenstadt – unter ihnen Clownin Rosalore und zahlreiche weitere grell geschminkte Spaßvögel.

Fröhliche Menschen, Clowns und eine so tragische Diagnose wie Demenz – wie passt das denn zusammen? Fragt sich vielleicht jetzt so mancher von euch. Ich finde: sehr gut! Dass die Mitwirkenden der Konfetti-Parade ihren Forderungen mit Musik, Gesang und farbenfrohen Kostümen Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen, zeigt doch grade, wie ernst sie das Thema Demenz nehmen.

Denn: In Deutschland leben rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Aufgrund des demographischen Wandels ist davon auszugehen, dass die Zahl in Zukunft weiter steigen wird. Ein Mittel gegen das Demenz-Syndrom, unter dem Alzheimer und verschiedene weitere demenzielle Erkrankungen zusammengefasst werden, gibt es nicht. Das heißt, die Betroffenen und ihre Angehörigen müssen mit der Demenz leben – oft jahrelang. Nach meinem Verständnis ist es die Aufgabe der Gesellschaft, sich auf diese besonderen Menschen einzustellen. Inklusion und Toleranz statt Isolation und Stigmatisierung.

FÜR EIN LEBENSWERTES LEBEN MIT DEMENZ

Die Diagnose Demenz ist traurig, beängstigend und macht auch wütend – zweifellos. Doch das bedeutet nicht, dass ein Leben mit Demenz freudlos und nicht mehr lebenswert sein muss. In manchen Fällen bringt die Demenz möglicherweise sogar neue Seiten einer Persönlichkeit hervor, die positive Gefühle und Glück verbreiten. Und selbst wenn das nicht oder eher das Gegenteil der Fall  ist, kann ein achtsamer Umgang mit Personen mit Demenz maßgeblich dazu beitragen, ihr Leiden zu mindern.

Frei nach dem Psychiater und Buchautor Manfred Lütz stellt sich demnach die Frage, wer eigentlich das Problem in unserer Gesellschaft ist: die „Dementen“ oder vielleicht doch eher die „Normalen“?

BILDERGALERIE: Impressionen der Konfetti-Parade 2017

KONFETTI IM KOPF

Die Konfetti-Parade wird von Konfetti im Kopf organisiert. Das sind die Ziele des Hamburger Vereins:

  • Schaffen von Aufmerksamkeit und Bewusstsein für Menschen mit Demenz als Bürgerinnen und Bürger und Förderung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe
  • Abbau von Berührungsängsten durch Förderung von mehr Offenheit für das Thema Demenz hin zu einem Bewusstseinswandel in unserer Gesellschaft
  • Sichtbarmachen der Würde und Lebensfreude der betroffenen Menschen als Personen
  • Ermutigung zur öffentlichen Diskussion durch kreative Impulse
  • Förderung effektiver Zusammenarbeit von Mandatsträgern, Verbänden, Vereinen, Organisationen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern

Hier geht es zur Webseite von Konfetti im Kopf

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