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Obdachlosigkeit in Lissabon

LISSABON – STADT DER KONTRASTE

Auf einer der berühmten Aussichtsplattformen Lissabons beobachten Olivia und Carolin einen obdachlosen alten Mann auf einer Bank. Exkursionserfahrungen von zwei Studentinnen der Sozialen Arbeit aus Nürnberg.

Lissabon Nach dem ersten, anstrengenden Exkursionstag mit vielen neuen Eindrücken in Lissabon entschließen wir uns, den Tag mit einem Glas Wein bei dem Aussichtspunkt in der Nähe unserer Unterkunft ausklingen zu lassen. Bei der Ankunft fällt uns ein älterer Herr auf, der in einem Schlafsack auf einer der Bänke schläft. Neben der Bank liegen einige Einkaufstüten. Die sind wohl mit seinem Besitz gefüllt, vermuten wir.

Wir genießen zwischen Touristen und Einheimischen den malerischen Sonnenuntergang über Lissabon. Einige junge Männer spielen Gitarre und singen auf Portugiesisch ihre gefühlvollen und melancholischen Lieder. Dabei weht ein lauer Wind, der ihre Stimmen in die Straßen trägt. Es scheint, als würde kein weiterer der Anwesenden den Mann bemerken.

Obdachlosigkeit in Lissabon Ausblick

Blick auf Lissabon: Die beiden Studentinnen lassen den Abend an einer der zahlreichen Aussichtsplattformen ausklingen (Foto: privat)

BEGEGNUNG MIT EINEM OBDACHLOSEN MANN IN LISSABON

Der ältere Herr lässt sich von den vielen Menschen sich herum nicht stören und schläft weiter. Es vergeht einige Zeit, dann wird er wach und beginnt auf Portugiesisch zu schimpfen und zu klagen. Wir verstehen ihn nicht. Er verweilt auf seiner Bank und scheint die Personen um sich herum nicht wahrzunehmen. Der Mann spricht ins Leere und sein Blick schweift ziellos umher.

Wir fragen uns, wie lange er schon obdachlos ist und was er gerade fühlt. Hat er Familie? Wie ist er in seine jetzige Situation geraten? Durch die Sprachbarriere, die sich zwischen ihn und uns stellt, entsteht leider kein Raum, um diese Fragen zu beantworten.

OBDACHLOSER MANN IN LISSABON ERHÄLT SPONTANE UNTERSTÜTZUNG

Die Zeit vergeht und der Herr verharrt weiter auf der Bank. Die Abendröte dunkelt und der Aussichtspunkt wird allmählich ruhiger und leerer. Ein junges Paar, das gerade vorbei läuft, bemerkt den älteren Herren und geht auf ihn zu. Sie reden miteinander, tauschen sich kurz aus und übergeben ihm ein Getränk und eine abgepackte Mahlzeit.

Trotz der Abenddämmerung konnten wir die Überraschung und die Dankbarkeit im Gesicht des Mannes sehen. Er dankt dem jungen Paar und sie unterhalten sich kurz, bis sich ihre Wege wieder trennen. Der Herr verstaut das Essen sorgfältig in einer seiner Einkaufstüten. Anschließend legt er sich wieder in seinem Schlafsack zur Ruhe.

FRAGEN UND DISKUSSIONEN ÜBER OBDACHLOSIGKEIT IN LISSABON

Obdachlosigkeit in Lissabon Carolin

Carolin, Studentin der Sozialen Arbeit an der TH Nürnberg (Foto: privat)

Wir verlassen den Aussichtspunkt wenig später. Diese Beobachtung beschäftigt uns noch weitere Tage und wird auch in der Exkursionsgruppe häufig zum Thema. Das wirft Fragen auf und regt uns zu Diskussionen an. Gibt es Hilfsangebote für Menschen in Not? Wie geht Lissabon mit obdachlosen Menschen um? Ist Armut im Alter ein häufiges Phänomen oder werden ältere Menschen in Lissabon von ihren Familien aufgefangen?

Obdachlosigkeit in Lissabon Olivia

Olivia studiert ebenfalls Soziale Arbeit an der TH Nürnberg (Foto: privat)

Auf einige dieser Fragen sollten wir wenige Tage später beim Besuch der Organisation Crescer Antworten erhalten.

Aufmacherfoto: Ulrike Krämer

Dieser Beitrag wurde am 20. November 2018 veröffentlicht.

Der Artikel ist auf einer Exkursion des Studiengangs Soziale Arbeit der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm entstanden. Mehr über die Exkursion erfahrt ihr hier.

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