Inkontinenz Gastbeitrag von europa apoteek

INKONTINENZ Gastbeitrag von europa apoteek

Inkontinenzmaterial

WENN DER WEG ZUR TOILETTE ZU WEIT WIRD

Was tun bei Inkontinenz? Der Gastbeitrag von Europa Apotheek informiert über Inkontinenzmaterial für Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter. [ANZEIGE]

Venlo (Niederlande) – Inkontinenz ist ein weit verbreitetes Problem. Vor allem bei Personen im fortgeschrittenem Lebensalter. Jedoch ist das Thema häufig mit viel Scham verbunden und die Betroffenen trauen sich nicht, darüber zu reden und vermeiden es sogar, den Hausarzt ins Vertrauen zu ziehen. Häufig kann jedoch durch entsprechende Behandlung und Therapie Abhilfe geschaffen werden. Für pflegende Angehörige ist das nicht leicht. Die Scham der Betroffenen ist hier keineswegs geringer als gegenüber einer Fachkraft. Ein offener Umgang mit dem Thema macht es für alle einfacher. Das bestimmende Thema im täglichen Miteinander sollte es jedoch nicht sein, um die Intimsphäre der Betroffenen zu wahren.

URSACHEN VON INKONTINENZ

Die Ursachen einer Inkontinenz sind sehr vielfältig. Hier ein paar mögliche Gründe:

  • Senkung der Gebärmutter bei älteren Frauen und dadurch Druck auf die Blase
  • Blasenentzündungen
  • Prostata-Probleme bei Männern
  • Psychische Belastungen unter Stress
  • Inkontinenz als Symptom von Bandscheibenvorfällen oder bestehenden Lähmungen

Während bei Frauen in mittlerem Lebensalter häufig sogar bereits ein spezielles Beckenbodentraining und die Kräftigung der Muskulatur hilft, das Inkontinenz-Problem zu verbessern oder zu beseitigen, kommen im höheren Alter Umstände hinzu, die die Situation erschweren. Bei Senioren spielt häufig eine Demenz eine entscheidende Rolle. Die betroffenen Personen nehmen den Reflex zur Entleerung der Blase nicht mehr wahr und sind unfähig, allein eine Toilette aufzusuchen. Wer sich entschieden hat, beispielsweise einen Elternteil zu sich zu nehmen und zu pflegen, steht vor der Herausforderung, das passende Inkontinenzmaterial zu finden.

HILFSMITTEL BEI INKONTINENZ

Bei einer bestehenden Inkontinenz haben Betroffene das Recht auf eine Versorgung mit Hilfsmitteln. Hierzu muss die Inkontinenz ärztlich bescheinigt und die Bescheinigung bei der Krankenkasse eingereicht werden. Je nach Art der Erkrankung und je nach Patient, gibt es dann die entsprechenden Hilfsmittel auf Rezept, wodurch Kosten gespart werden können.

  1. EINLAGEN

Sind Ihre Angehörigen geistig noch relativ fit, können Einlagen, die in die Unterwäsche geklebt werden, eine gute Hilfe sein. Hier reicht die Auswahl von kleinen Modellen für Personen mit leichter Inkontinenz bis hin zu großen Einlagen mit sehr hoher Saugkraft. Die kleinen Einlagen sind etwas größer als eine handelsübliche Damenbinde, haben aber mehr Saugleistung. Größere Einlagen sind oft so groß wie eine Unterhose, aber zu den Seiten hin offen.

  1. PANTS

Diese neue Art von Inkontinenzversorgung ist besonders für mobile Personen geeignet. Die sogenannten Pants haben eine hohe Saugleistung, verfügen aber nicht über Klebestreifen, sondern über ein elastisches Bündchen. Sie können ähnlich wie Unterwäsche getragen werden und lassen sich wie ein Slip hochziehen. Das Angebot in der Apotheke ist vielfältig. Eine besonders große Auswahl bietet hier die Marke Tena mit verschiedenen Hosengrößen von XS bis XL in Aufnahmevolumen von discreet bis super. Sie machen es sowohl für Pflegende als auch für die Betroffenen etwas angenehmer, da sie angezogen werden können wie normale Unterwäsche.

  1. SOGENANNTE WINDELN UND WINDELHOSEN FÜR ERWACHSENE

Den Begriff „Windeln“ im Zusammenhang mit erwachsenen Personen zu verwenden, wird in Fachkreisen kritisch bewertet, da er als herabwürdigend gesehen werden kann. Diese Variante des Inkontinenzmaterials vermittelt den Betroffenen leicht das Gefühl, wie ein kleines Kind behandelt zu werden. Das erfordert Fingerspitzengefühl seitens der Pflegenden. „Windeln“ für Erwachsene gibt es in unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlicher Saugleistung. Je nach Taillen-Umfang sind sie in den Größen S, M, L oder XL zu haben. Die Saugleistung wird bei den Produkten in Litern angegeben. Ein seitlicher Klebestreifen und ein Bündchen als Auslaufschutz sorgen für eine gute Passform.

  1. DAUERKATHETER

Ein Dauerkatheter ist sinnvoll bei bettlägerigen Personen oder bei Patienten mit Abflussstörungen, die ohne Hilfe die Blase nicht entleeren können. Er ist außerdem vorteilhaft, um Hautschäden bei dauerhaftem Einnässen zu vermeiden. Eine Einlage fürs Bett kann hier einen zusätzlichen Schutz bieten, wenn der Katheter mal verrutscht.

Ganz gleich, welche Hilfsmittel bei Inkontinenz verwendet werden, eine gute Hautpflege ist stets unerlässlich. Regelmäßige Reinigung und eine Schutzcreme gegen wunde Haut gehören zur Inkontinenztherapie genauso dazu, wie der regelmäßige Wechsel von Kathetern und dem Inkontinenzmaterial. Viele moderne Inkontinenzmaterialien haben sogar einen kleinen Farbstreifen, der durch Verfärbung anzeigt, wann der Wechsel nötig ist.

WANN IST DIE VERSORGUNG MIT INKONTINENZHILFEN UNUMGÄNGLICH?

Eine Versorgung mit Einlagen, Pants oder Katheter ist immer dann notwendig, wenn sich das Problem durch Medikamente oder andere Therapien nicht beheben lässt. Noch mobile Personen vermeiden es sogar oft, das Haus zu verlassen, aus Angst, keine Toilette zu finden. Auch hier kann die Versorgung mit Inkontinenzhilfen für mehr Lebensqualität sorgen. Sind bereits Hautschäden durch ständiges unkontrolliertes Einnässen vorhanden, ist es ebenfalls Zeit, für Abhilfe zu sorgen.

Foto: MichaelGaida

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