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Care Camp Koeln Sketchnote von Andrea Brücken

Care Camp Koeln Sketchnote von Andrea Brücken

CARE CAMP KÖLN

GESUNDHEITSAKTEURE VERNETZT EUCH!

So viele tolle Begegnungen – ich war vom 16. bis 17. Juni beim Care Camp Köln

Köln – „„Bin ich hier richtig in der Psychiatrie?“, fragt jemand. „Nein, hier ist E-Health“, so die Antwort. E-Health, also der Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen, ist das Thema, über das rund 20 Menschen und ich uns in den nächsten 50 Minuten austauschen wollen. Wir sitzen im Stuhlkreis in einem Konferenzraum der Uniklinik Köln, wo an diesem Juni-Wochenende das dritte Care Camp Köln (@carecampkoeln) an den Start geht – ein BarCamp rund um Pflege, Gesundheit und Soziales. Schon bald wird klar, dass es beinahe so viele Vorstellungen von dem Konzept „E-Health“ gibt, wie Personen im Raum. Was ursprünglich als Vorstellungsrunde geplant war, wird zu einer angeregten Diskussion über Künstliche Intelligenz und Big Data.

Aber so ist das eben bei BarCamps: Bei den sogenannten Un-Konferenzen steht vorab nur der organisatorische Rahmen (Ort, Zeit und meistens das Thema) fest, alles andere bestimmen die Teilnehmer zu Beginn jedes Tages gemeinsam. Jeder kann (und soll) offene Vorträge oder Workshops – sogenannte Sessions – anbieten. Sind daran genug Leute interessiert, wird der Programmpunkt in den Session-Plan aufgenommen.

CARE CAMP KÖLN – WIE ES ENTSTANDEN IST

Dirk Steinmetz (@dirste) war 2013 zum ersten Mal auf einem BarCamp. Der Geist der offenen Tagung faszinierte den Diplom-Pflegewirt, der heute als Personalmarketing-Referent an der Uniklinik Köln arbeitet. „Ich wollte dieses Format ins Gesundheitswesen tragen“, so Dirk. Gesagt, getan: 2015 ging das Care Camp Köln an den Start. „Ich habe es einfach mal ausprobiert – daraus entstand dann eine Eigendynamik.“

Care Camp Köln: Gründer Dirk Steinmetz und Dr. Kathrin Reinert vom Orga-Team

Care Camp Köln: Dr. Kathrin Reinert vom Orga-Team mit Un-Konferenz-Gründer Dirk Steinmetz vor dem Session-Plan

 

Inzwischen hat Dirk die Organisation der Un-Konferenz an Dr. Kathrin Reinert (@klangspur) abgegeben, die Unternehmenskommunikation im Gesundheits- und Sozialwesen macht. Sie kümmert sich dieses Jahr zusammen mit weiteren Mitstreitern darum, das beim Care Camp Köln alles reibungslos abläuft. So ganz kann „Vater“ Dirk sich aber offenbar noch nicht von seinem „Baby“ trennen, ist die ganze Zeit anwesend und steht dem Orga-Team beratend zur Seite. Das macht indes einen ganz wunderbaren Job und sorgt dafür, dass die etwa 65 Teilnehmer (die exakte Zahl lag bei Veröffentlichung noch nicht vor) sich voll auf die Inhalte konzentrieren können.

QUAL DER SESSION-WAHL BEIM CARE CAMP KÖLN

Die Sessions decken eine riesige Themenvielfalt ab – von Menschen mit Behinderung in der Gesundheitsbranche über Zeitkompensation im Schichtdienst bis hin zu digitalem Storytelling als Spielart narrativer Medizin und vielen weiteren.

Einziger Wermutstropfen: Es laufen immer so viele Sessions parallel, wie es Räume gibt. Ich muss mich also entscheiden. Neben der E-Health-Diskussion höre ich an Tag eins des Camps unter anderem einen Vortrag über Social Media im Gesundheitsbereich, nehme an einer Skype-Konferenz mit einem Pfleger teil, der grade für Ärzte ohne Grenzen im Irak ist und fachsimple in einem Workshop über Blog-Projekte.

INSPIRERENDE PAUSEN GEHÖREN AUCH DAZU

Fast noch inspirierender als die Sessions finde ich die Pausen dazwischen. Ich unterhalte mich mit anderen Teilnehmern und habe schon wieder zig Ideen für Blog-Beiträge, die ich schreiben möchte. Meiko Frischkorn (@meifrisch), Fachberater für Pflege aus Hamburg und zum dritten Mal extra aus Norddeutschland nach Köln angereist, fasst in Worte, was auch mein Eindruck ist: „Hier sind viele Querdenker, mit denen sich informelle Gespräche ergeben, die für alle Beteiligten einen echten Mehrwert bieten.“

Informeller Austausch in der Pause: Jörg Benter, Projektleiter Dienstpläne/EDV an der Uniklinik Köln (links) und Meiko Frischkorn, Fachberater für Pflege beim BBF Forum aus Hamburg

Informeller Austausch in der Pause: Jörg Benter, Projektleiter Dienstpläne aus Köln (links) und Meiko Frischkorn, Fachberater für Pflege aus Hamburg

 

Neben den alten Hasen wie Meiko sind auch Teilnehmer hier, die zum ersten Mal bei einem BarCamp dabei sind. Eine von Ihnen ist Felicita Fuchs. Die 29-jährige Gesundheits- und Krankenpflegerin aus Trier stieß zufällig im Internet auf das Care Camp Köln „Das klang so spannend, dass ich beschlossen habe, einfach mal hinzufahren.“ Und, wie hat es ihr gefallen? „Richtig gut, ich habe mein Netzwerk erweitert und viel Neues erfahren – zum Beispiel über Online-Kurse zur Notfallmedizin“, sagt sie.

LECKERE VERPFLEGUNG BEIM CARE CAMP KÖLN

„Diese ungezwungene Vernetzung in den Pausen ist wichtiger Bestandteil eines BarCamps“, sagt Kathrin vom Orga-Team. Aus diesem Grund wird viel Wert auf eine entspannte Atmosphäre im Foyer gelegt – und es gibt ständig etwas zu essen und zu trinken: Obst, Wasser, Kaffee, Kuchen, Pizza, Croissants, Pasta, Salat und Eis. Da ich gutes Essen sehr schätze, kommt das bei mir (und bei vielen anderen) sehr gut an.

Nicht nur die Verpflegung, auch die Sketchnotes (siehe Foto ganz oben), die Räume und das Equipment wurden von Unterstützern beigesteuert, wodurch die Kosten für jeden einzelnen von uns mit 19 Euro (Frühbucher) beziehungsweise 25 Euro wirklich moderat sind. Der Beitrag fließt ausschließlich in die Kostendeckung, das Care Camp Köln ist nicht kommerziell. „Wir legen Wert darauf, dass es keine Bezahlschranke gibt, damit das Camp niedrigschwellig ist und auch Schüler, Studierende oder Geringverdiener teilnehmen können“, so Kathrin.

BarCamp-Neueinsteigerin: Gesundheits- und Krankenpflegerin Felicita Fuchs

BarCamp-Neueinsteigerin: Gesundheits- und Krankenpflegerin Felicita Fuchs aus Trier

MEHR PFLEGETHEMEN AN TAG ZWEI DES CARE CAMP KÖLN

Nachdem die Sessions am ersten Tag wirklich breit gefächert waren – mir persönlich mitunter ein bisschen zu breit – komme ich am zweiten Tag voll auf meine Kosten. Denn dann geht es in Sachen Pflege noch einmal richtig zur Sache. So erfahre ich unter anderem etwas über die neuen Pflegegrade und lerne in einer sehr vielfältigen Runde kontroverse Positionen zum Thema Vernetzungsstrategien in der Pflege (von „Pflege am Boden“ bis hin zu den Pflegekammern) kennen.

„Ich war überrascht, dass heute ganze 20 Sessions angeboten wurden. Nachdem sie sich gestern mit dem Format vertraut machen konnten, haben viele offensichtlich die Impulse aufgegriffen, und ganz tolle Ideen entwickelt“, sagt Kathrin. Auch ich bin ganz angetan von meinem ersten Mal beim Care Camp Köln. Wenn es nächstes Jahr eine vierte Ausgabe gibt, will ich unbedingt wieder kommen. Ich freue mich schon!

Unsere Tweets zum Care Camp Köln findet ihr unter dem Hashtag #cck17

Bildnachweis: Andrea Brücken (@dieHauteCulture) – Sketchnote

Dieser Artikel wurde am 18. Juni 2017 veröffentlicht

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